Samstag, 8. Juli 2017

Lebendige Sportgeschichte. Heute: Stündels Stunde

Ein nostalgischer Rückblick auf historische Sportereignisse lässt nicht nur die Herzen aller Fans höher schlagen.
Auch die Protagonisten großer Momente halten die Erinnerungen gerne lebendig.
Gänsehautgarantie, wenn dies an originalen Schauplätzen geschieht.

Floschenstadion Sindelfingen.
Juli 2017.
Tscholie Tscholante besucht als Coach die "Stadtwerke Sindelfingen Team-Wettkämpfe" der Leichtathletik-Jugend.
Sein Blick fällt aufs Tor.
DAS Tor.
Die Stätte seines größten Triumphes.

Juni 1988.
Die SpVgg Holzgerlingen tritt im entscheidenden Spiel beim VfL Sindelfingen II an.
Die Schlagzeile und die Bildunterschrift der Lokalpresse vom Montag danach verraten uns, was Tscholie (bürgerlicher Name Joachim Stündel) seinerzeit zum Jubeln brachte.

"Stündls Stunde - Holzgerlingen Meister"
"Kopfballtor von Joachim Stündl sicherte der SpVgg Holzgerlingen den Aufstieg in die Bezirksliga"
"Goldköpfchen Joachim Stündl hechtet in die Flanke..."


Kenner wissen natürlich, dass Tscholie bereits mit der Nummer 11 auf dem Rücken zur Welt kam.
Wir sehen ihn links beim Kopfballtorpedo, rechts während des Gefühlsausbruchs.

Noch einmal so richtig nah an diesem Glücksmoment zu sein, das wär doch was.
Angestachelt von der Steiler-Redaktion begibt sich unser Held zum Tor seiner Träume.
Ein Komparse für die überzeugende Darstellung des gegnerischen Torhüters ist mit Steiler-Sportkamerad Schnix sogleich gefunden.
Er assistiert auch bei der Drapierung der legendären 11 auf Tscholies Borussia-Jacke.
Der Rest ist für unsere Steiler-Ballerinas ein Kinderspiel.
Ein Schauspiel besser gesagt.
Originalgetreue Wiedergabe sowohl des Abspreizwinkels des linken Hufs beim Torschützen als auch des Pfostenkusses beim Keeper.
Geht nicht besser.



Als die Bildberichte durch die soziale Medienwelt tickern, lösen sie allenthalben Lachsalven aus.
Ganz großer Sport!

Steiler war - natürlich ganz schwach - mit keinem Interviewteam vor Ort.
Laut Veranstaltungsbericht nahmen 263 Kinder und Jugendliche am Wettkampf teil.
Man kann also davon ausgehen, dass an die 500 Zuschauer der Darbietung "29 Jahre nach Stündls Stunde" beiwohnten.
Vermutlich mehr als damals.
Was sie wohl alle dachten...?

Bald ist in Holzgerlingen wieder Bürgermeisterwahl.
Und Mannschaftskamerad Stefus wies schon seinerzeit auf den besten aller Wahlslogans hin, weswegen Goldköpfchen hätte auch damals schon unbedingt kandidieren sollen:
"Dieser Kopf hat Holzgerlingen schon einmal nach oben gebracht."

1 Kommentar:

Anonym hat gesagt…

Ich hatte beim lesen dieses Berichtes Gänsehaut! So muß sich Andi Brehme bei seinem Elfmetertor 1990 gefühlt haben. Was aus Stündl (Stindl?) wohl geworden ist???